Aktuelles

11.05.2026 – Wichtige Information zur Umweltkatastrophe im Bereich des Tanklagers in Bremen- Farge
Die Gesundheitsgefährdung für Menschen und Tiere ist akut und real. Insbesondere bei der Nutzung von Gartenbrunnen in den betroffenen Wohngebieten besteht eine unmittelbare Gefahr durch belastetes Grundwasser.

Besonders alarmierend ist die fortschreitende Ausbreitung der Schadstoffe innerhalb des größten Bremer Wasserschutzgebietes. Die Problematik ist seit 2007 bekannt – dennoch bleiben die bislang ergriffenen Sanierungs-Maßnahmen deutlich hinter dem Notwendigen zurück. Der anhaltende Schadstoffabstrom gefährdet zunehmend die Versorgung der Bremer Bevölkerung mit sauberem Trinkwasser. Ein solcher Zustand ist in einem Land mit den höchsten Umweltstandards nicht hinnehmbar.

Aktuelle Gutachten zeigen, dass sich die Schadstofffahne dem ergiebigsten Bremer Grundwasserförderbrunnen BR 16 (Am Striekenkamp) bis auf rund 600 Meter angenähert hat. Die dort nachgewiesenen krebserregenden Schadstoffe stellen eine konkrete Bedrohung dar. Jede weitere Verzögerung wirksamer Sanierungsmaßnahmen kann die Trinkwasserversorgung für zehntausende Menschen in Gefahr bringen.

Erschreckend ist, dass neu entdeckte Schadstoffquellen nicht konsequent saniert werden.

Es ist festzustellen, dass seit über 20 Jahre gravierende Umweltschäden bis heute nicht oder nur unvollständig beseitigt werden. Dieser Umgang mit einer derart schwerwiegenden Umweltbelastung ist nicht akzeptabel.

Wir haben die Bremer Bundestagsabgeordneten bereits über die Dringlichkeit der Lage informiert [LINK zum Memorandum] und fordern mit Nachdruck:

• Der Bund muss seiner Verantwortung gerecht werden.
• Die vollständige und nachhaltige Sanierung aller Schadensquellen und Folgeschäden ist unverzüglich einzuleiten.
• Die erforderlichen finanziellen Mittel sind umgehend bereitzustellen.
• Weitere Verzögerungen sind unverantwortlich – gegenüber der heutigen Bevölkerung ebenso wie gegenüber kommenden Generationen.

Wir appellieren eindringlich an die politischen Entscheidungsträger auf Bundes- und Landesebene: Handeln Sie jetzt. Es geht um die Sicherung der öffentlichen Daseinsvorsorge, den Schutz der Gesundheit und die Verantwortung gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern.

Wir erwarten eine zügige, verbindliche Zusammenarbeit, die schnelle Umsetzung wirksamer Maßnahmen sowie die gesicherte Bereitstellung aller notwendigen finanziellen Mittel.

Das ehemalige Tanklager Farge, errichtet zwischen 1935 und 1941, war einst das größte unterirdische Treibstofflager der Welt. Mit einem Fassungsvermögen von 312.000 m³ war es bis zum 31. Mai 2013 in Betrieb. Heute befindet sich das rund 316 Hektar große Gelände in Bremen-Nord und Schwanewede im Rückbau. Im Flächennutzungsplan ist es als „Sonderfläche Bund“ ausgewiesen – und steht heute sinnbildlich für eine der gravierendsten Umweltkatastrophen im Bereich des Grundwasserschutzes in Norddeutschland.

Auf dem Gelände des ehemaligen Verladebahnhofs II wurden massive Boden- und Grundwasserkontaminationen festgestellt. Hochtoxische, auf dem Grundwasser schwimmende Treibstoffe mit einer Mächtigkeit von über einem Meter sowie Schadstoffe wie BTEX, MKW, MTBE und PAK belasten Boden und Grundwasser in erheblichem Ausmaß. 

Die Giftstoffe werden über das Grundwasser kilometerweit transportiert und gelangen somit unter die angrenzenden Wohngebiete und fließen schlussendlich zur Weser.

02.07.2025 – öffentliche Informationsveranstaltung
Am Mittwoch, den 2. Juli 2025, um 19.00 Uhr, lädt unser Verein zu einer weiteren Informationsveranstaltung über die Grundwasserverseuchung ausgehend vom Tanklager Farge in die Räumlichkeiten der Farger Kirchengemeinde (Farger Straße 19) ein.
Wir organisieren für Sie die Grundwasseruntersuchungen Ihrer privaten Gartenbrunnen und stehen an diesem Tag für eine individuelle Beratung zur Verfügung.
Interessierte können sich vor Ort oder per E-Mail unter info@tanklagerfarge.de melden, sich informieren und den Auftrag für die Untersuchung ihres Brunnenwassers abgeben.
Nach Auftragsvergabe werden in Zusammenarbeit mit einem unabhängigen Labor die Proben fachgerecht entnommen. Anschließend erfolgt eine zertifizierte Untersuchung, bei der insbesondere auf BTEX-Verbindungen (wie Benzol), PAK-Verbindungen und MTBE geprüft wird.

21.02.2024 – Gartenbrunnen / Wasseranalyse
Wer hat einen Gartenbrunnen im Bereich Hechelstraße / Turnerstraße? Wir würden gerne das Brunnenwasser testen lassen um zu wissen, ob in dem Gebiet schon die Schadstofffahne angekommen ist.
Interessenten können Kontakt über info@tanklagerfarge.de mit uns aufnehmen. Vielen Dank für die Mithilfe.

Bürgerantrag Informationsbegehren Aschedeponie Farge
Unser Bürgerantrag vom 09.07.2022 als PDF-Datei: [Link als PDF-Download]
Das Antwortschreiben vom 03.05.2023 als PDF-Datei: [Link als PDF-Download]

Podiumsdiskussion zum Thema Tanklager Farge
Am 27. September 2022 findet um 19 Uhr unsere öffentliche Bürgerversammlung in der Farger Kirche statt. Hochrangige Gäste werden erwartet, die über das Thema „Sanierung der Schadstofffahnen“ gemeinsam mit Ihnen diskutieren möchten.
Seien Sie unsere Gäste und informieren sich vor Ort.
[Link zur Einladung als PDF-Download]

Arbeitskreis Tanklager Farge
Ab jetzt findet unser „Arbeitskreis Tanklager Farge“ immer jeden 4. Dienstag im Monat um 19:00 Uhr in der Farger Kirche (Farger Straße 19) statt!
Gäste sind herzlich willkommen.

Grundwasserverunreinigungen ausgehend vom Verladebahnhof II des Tanklagers Farge, 15.03.2021

Zur Erinnerung: Anfang 2009 wurde eine Grundwasserverunreinigung auf dem Gelände des Tanklagers Farge im Bereich des Verladebahnhofes II (Eylmannstraße) untersucht. Erforderliche Sanierungsmaßnahmen sollten im Kontaminationszentrum (Verladebahnhof II) sowie im Grundwasserabstrom ansetzen, um eine effiziente Sanierung in Verbindung mit einer möglichst kurzen Sanierungsdauer zu erreichen. Aus wirtschaftlichen Gründen wurde bei der Sanierungsplanung der Focus auf die Erhaltung eines betriebsfähigen Verladebahnhofes gelegt. Dies verhinderte rückblickend eine effiziente Sanierung der Schadstoffquelle, die sich bis heute unterhalb der Gleise des Verladebahnhofes II befindet.
2012 veröffentlichte die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben Oldenburg ein Verkaufs-Exposé für das Tanklager Bremen-Farge, um die Liegenschaft zu veräußern. Ein Weiterbetrieb des Tanklagers wurde angestrebt. „Die Verkaufsabsichten waren für mich nicht nachvollziehbar. Diese Nachricht hat mich schockiert.“, erinnert sich Volker Scholz, Gründungsmitglied der Bürgerinitiative Tanklager Farge.
Seit 2013 arbeitet die Bürgerinitiative Tanklager Farge an einer umfassenden Aufklärung des technischen Ist-Zustands des Tanklagers sowie der behördlichen Vorgehensweise bei der Sanierung von Boden und Grundwasser. Die Forderung der Bürgerinitiative, das Tanklager nicht zu verkaufen, sondern konsequent einen Rückbau voranzutreiben, wurde damals politisch aufgenommen. Diverse Gespräche und Diskussionen fanden in unterschiedlichsten Gremien statt. Durch die umfassende Aufklärungsarbeit der Bürgerinitiative Tanklager Farge, wurden seitens des Ortsbeirates Blumenthal sowie durch die Bremer Bürgerschaft entsprechende Beschlüsse gefasst, das Tanklager Farge stillzulegen. Auch Überlegungen der Länderverwaltung Niedersachsens, ob ein privatwirtschaftlicher Betrieb jemals einen Rückbau gewährleisten könnte, stellten das Verkaufsvorhaben in Frage.
2015 zeigte das Bundeswehr-Dienstleistungszentrum Oldenburg dann endlich die beabsichtigte Betriebseinstellung sowie den geplanten Rückbau des Tanklagers Farge bei den zuständigen Gewerbeaufsichtsämtern Bremen und Cuxhaven an. Seither wird der Rückbau sichtbar vorangetrieben.
Kirsten Valentin, ebenfalls Gründungsmitglied Bürgerinitiativer Tanklager Farge, zieht Zwischenbilanz:
„Ich bin froh über diese Maßnahmen. Das Tanklager in direkter Nachbarschaft hatte mir immer Sorgen bereitet.“
Jährlichen Sachstandsberichten über die Sanierungsergebnisse im Bereich des Verladebahnhofs kann entnommen werden, dass das derzeit angewendete Sanierungsverfahren nicht geeignet ist, einen Abfluss der Schadstoffe in das Grundwasser auf lange Sicht umfassend zu verhindern. Bis heute bemängelt die Bürgerinitiative Tanklager Farge das angewendete Sanierungsverfahren und fordert eine Optimierung der Sanierungsstrategie, denn eine Verbesserung der Wasserqualität ist nicht zu erkennen.
Die Ausbreitung der Giftstoffe im Grundwasser erstreckt sich mittlerweile über eine Strecke von 1.200 Meter bis zum Weserufer und ist weniger als 950 Meter vom Trinkwasserbrunnen Am Striekenkamp entfernt. Aus ihm werden erhebliche Mengen zur Trinkwasserversorgung entnommen.
In konstruktiven Gesprächskreisen zwischen der Bürgerinitiative Tanklager Farge, Behördenträgern und Verantwortlichen der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben Berlin wurde intensiv fachlich diskutiert.
Daraus resultierte ein bereits durchgeführter Planungswettbewerb über neue und besser geeignete Sanierungsverfahren im Bereich des Verladebahnhofes II.
Am 01.09.2020 hat die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben Berlin die Ergebnisse dieses Planungswettbewerbes zur Sanierungsuntersuchung am Verladebahnhof II des Tanklagers BremenFarge der Öffentlichkeit, vorgestellt. Die Entscheidung fiel auf den Vorschlag einer gründlichen Quellensanierung durch Bodenaushub und Bodenaustausch innerhalb von Spundwandkästen, bis zu einer Tiefe von ca. 16 m. Freigelegte mobile Leichtölphasen werden dabei abgeschöpft. Die zu behandelnde Fläche beträgt ca. 6.000 m² und befindet sich ausschließlich auf dem Gelände des Tanklagers Farge.
Die Bürgerinitiative Tanklager Farge drängt weiterhin auf eine Sanierung, sowohl der überwiegend benzolhaltigen BTEX-kontaminierten Schadstofffahne, die sich bis zur Weser erstreckt, als auch der größtenteils durch MTBE vergifteten Schadstofffahne, die sich in Richtung der Straße „Striekenkamp“ bewegt.
Nach vollständiger Sanierung der Schadstoffquelle könnte endlich mit der Dekontamination der Schadstofffahnen begonnen werden. „Entsprechende Voruntersuchungen sollten unverzüglich beauftragt werden, damit zügig ein geeignetes Sanierungs- oder Sicherungsverfahren gefunden werden kann.“, fordert Olaf Rehnisch, 2. Vorsitzender der Bürgerinitiative Tanklager Farge. „Unter den Nachlässigkeiten und Versäumnisse der heutigen Zeit werden die zukünftigen Generationen zu leiden haben! Sauberes Grundwasser ist eine der wichtigsten Lebensgrundlagen, daher sollte es selbstverständlich sein, alles zu versuchen, um die Giftstoffe zu verringern. Nur so können Verunreinigungen unseres Trinkwassers verhindert werden.“, unterstreicht Heidrun Pörtner, 1. Vorsitzende der Bürgerinitiative Tanklager Farge.
Die virtuelle Veranstaltung wird mithilfe der Meeting-Software Zoom durchgeführt. Am 25.03.2021 kann bereits ab 18.30 Uhr die Verbindung getestet werden. Fachliche Unterstützung wurde seitens Herrn Dr. Rainald Brede, Projektleiter der BIMA, und Herrn Georg Karfusehr, welcher die BI Tanklager Farge seit Jahren sachlich begleitet, für diesen Tag zugesagt.