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Grundwasserverunreinigungen ausgehend vom Verladebahnhof II des Tanklagers Farge, 15.03.2021

Zur Erinnerung: Anfang 2009 wurde eine Grundwasserverunreinigung auf dem Gelände des Tanklagers Farge im Bereich des Verladebahnhofes II (Eylmannstraße) untersucht. Erforderliche Sanierungsmaßnahmen sollten im Kontaminationszentrum (Verladebahnhof II) sowie im Grundwasserabstrom ansetzen, um eine effiziente Sanierung in Verbindung mit einer möglichst kurzen Sanierungsdauer zu erreichen. Aus wirtschaftlichen Gründen wurde bei der Sanierungsplanung der Focus auf die Erhaltung eines betriebsfähigen Verladebahnhofes gelegt. Dies verhinderte rückblickend eine effiziente Sanierung der Schadstoffquelle, die sich bis heute unterhalb der Gleise des Verladebahnhofes II befindet.
2012 veröffentlichte die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben Oldenburg ein Verkaufs-Exposé für das Tanklager Bremen-Farge, um die Liegenschaft zu veräußern. Ein Weiterbetrieb des Tanklagers wurde angestrebt. „Die Verkaufsabsichten waren für mich nicht nachvollziehbar. Diese Nachricht hat mich schockiert.“, erinnert sich Volker Scholz, Gründungsmitglied der Bürgerinitiative Tanklager Farge.
Seit 2013 arbeitet die Bürgerinitiative Tanklager Farge an einer umfassenden Aufklärung des technischen Ist-Zustands des Tanklagers sowie der behördlichen Vorgehensweise bei der Sanierung von Boden und Grundwasser. Die Forderung der Bürgerinitiative, das Tanklager nicht zu verkaufen, sondern konsequent einen Rückbau voranzutreiben, wurde damals politisch aufgenommen. Diverse Gespräche und Diskussionen fanden in unterschiedlichsten Gremien statt. Durch die umfassende Aufklärungsarbeit der Bürgerinitiative Tanklager Farge, wurden seitens des Ortsbeirates Blumenthal sowie durch die Bremer Bürgerschaft entsprechende Beschlüsse gefasst, das Tanklager Farge stillzulegen. Auch Überlegungen der Länderverwaltung Niedersachsens, ob ein privatwirtschaftlicher Betrieb jemals einen Rückbau gewährleisten könnte, stellten das Verkaufsvorhaben in Frage.
2015 zeigte das Bundeswehr-Dienstleistungszentrum Oldenburg dann endlich die beabsichtigte Betriebseinstellung sowie den geplanten Rückbau des Tanklagers Farge bei den zuständigen Gewerbeaufsichtsämtern Bremen und Cuxhaven an. Seither wird der Rückbau sichtbar vorangetrieben.
Kirsten Valentin, ebenfalls Gründungsmitglied Bürgerinitiativer Tanklager Farge, zieht Zwischenbilanz:
„Ich bin froh über diese Maßnahmen. Das Tanklager in direkter Nachbarschaft hatte mir immer Sorgen bereitet.“
Jährlichen Sachstandsberichten über die Sanierungsergebnisse im Bereich des Verladebahnhofs kann entnommen werden, dass das derzeit angewendete Sanierungsverfahren nicht geeignet ist, einen Abfluss der Schadstoffe in das Grundwasser auf lange Sicht umfassend zu verhindern. Bis heute bemängelt die Bürgerinitiative Tanklager Farge das angewendete Sanierungsverfahren und fordert eine Optimierung der Sanierungsstrategie, denn eine Verbesserung der Wasserqualität ist nicht zu erkennen.
Die Ausbreitung der Giftstoffe im Grundwasser erstreckt sich mittlerweile über eine Strecke von 1.200 Meter bis zum Weserufer und ist weniger als 950 Meter vom Trinkwasserbrunnen Am Striekenkamp entfernt. Aus ihm werden erhebliche Mengen zur Trinkwasserversorgung entnommen.
In konstruktiven Gesprächskreisen zwischen der Bürgerinitiative Tanklager Farge, Behördenträgern und Verantwortlichen der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben Berlin wurde intensiv fachlich diskutiert.
Daraus resultierte ein bereits durchgeführter Planungswettbewerb über neue und besser geeignete Sanierungsverfahren im Bereich des Verladebahnhofes II.
Am 01.09.2020 hat die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben Berlin die Ergebnisse dieses Planungswettbewerbes zur Sanierungsuntersuchung am Verladebahnhof II des Tanklagers BremenFarge der Öffentlichkeit, vorgestellt. Die Entscheidung fiel auf den Vorschlag einer gründlichen Quellensanierung durch Bodenaushub und Bodenaustausch innerhalb von Spundwandkästen, bis zu einer Tiefe von ca. 16 m. Freigelegte mobile Leichtölphasen werden dabei abgeschöpft. Die zu behandelnde Fläche beträgt ca. 6.000 m² und befindet sich ausschließlich auf dem Gelände des Tanklagers Farge.
Die Bürgerinitiative Tanklager Farge drängt weiterhin auf eine Sanierung, sowohl der überwiegend benzolhaltigen BTEX-kontaminierten Schadstofffahne, die sich bis zur Weser erstreckt, als auch der größtenteils durch MTBE vergifteten Schadstofffahne, die sich in Richtung der Straße „Striekenkamp“ bewegt.
Nach vollständiger Sanierung der Schadstoffquelle könnte endlich mit der Dekontamination der Schadstofffahnen begonnen werden. „Entsprechende Voruntersuchungen sollten unverzüglich beauftragt werden, damit zügig ein geeignetes Sanierungs- oder Sicherungsverfahren gefunden werden kann.“, fordert Olaf Rehnisch, 2. Vorsitzender der Bürgerinitiative Tanklager Farge. „Unter den Nachlässigkeiten und Versäumnisse der heutigen Zeit werden die zukünftigen Generationen zu leiden haben! Sauberes Grundwasser ist eine der wichtigsten Lebensgrundlagen, daher sollte es selbstverständlich sein, alles zu versuchen, um die Giftstoffe zu verringern. Nur so können Verunreinigungen unseres Trinkwassers verhindert werden.“, unterstreicht Heidrun Pörtner, 1. Vorsitzende der Bürgerinitiative Tanklager Farge.
Die virtuelle Veranstaltung wird mithilfe der Meeting-Software Zoom durchgeführt. Am 25.03.2021 kann bereits ab 18.30 Uhr die Verbindung getestet werden. Fachliche Unterstützung wurde seitens Herrn Dr. Rainald Brede, Projektleiter der BIMA, und Herrn Georg Karfusehr, welcher die BI Tanklager Farge seit Jahren sachlich begleitet, für diesen Tag zugesagt.