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Unsere Meinung zur Umnutzung des Tanklagers in Bremen-Frage

Nach der letzten Blumenthaler-Beiratssitzung, am 9.04.2018, möchten wir, der Verein „Bürgerinitiative Tanklager Farge“ zum Schutz der Umwelt und Reinhaltung des
Grundwassers in Bremen-Nord und Umgebung Farge e. V., unseren Standpunkte zu den aktuellen Themen darstellen.

Das Tanklager Farge ist für die Bürger und Anwohner von so großer Bedeutung, dass aus diesem Grund ein Tanklager-Ausschuss gegründet wurde. Eine Bearbeitung der Themen in den dafür vorgesehenen Gremien sollte auch dafür genutzt werden und nicht in einer „normalen“ Beiratssitzung behandelt werden. Die daraus resultierenden zeitlichen Probleme, bei den Vorträgen und Diskussionen, hätten umgangen werden können. Weiterhin waren der Umgangston und die Art, wie mit den Besuchern und Beiratsmitgliedern umgegangen wurde, für eine öffentliche Beiratssitzung nicht akzeptabel.

Unserer Meinung nach ist die Nutzung der Infrastruktur des Tanklagers als Energiespeicher unrealistisch und nicht zielführend. Die Kosten für die notwendige Machbarkeitsstudie belaufen sich auf einen sechsstelligen Bereich. Der Antrag, diese nicht klar bezifferten Kosten durch den Steuerzahler für das ausführende Ingenieurbüro Witt Solar zu übernehmen, können wir nicht nachvollziehen. Der dargestellte Wirkungsgrad dieser Anlage ist nicht sehr hoch und könnte durch die fehlende Isolierung der Tanks und deren Beton-Ummantelung  faktisch noch geringer ausfallen. Ein wirtschaftlicher Erfolg ist daher nicht zu erwarten.

Die Frage ist, wo kommt der überschüssige Strom her und wo soll er hin? Die Zukunft des Kraftwerkes Farge ist endlich – somit fehlt ein zentraler Bereich des Konzeptes. Ohne Strom macht ein Stromspeicher keinen Sinn.

Unbeachtet bleibt das Umweltrisiko. Zwar wurde versichert, dass die Tanks ausschließlich nur mit Wasser gefüllt werden. Auf den Hinweis eines sachkundigen Bürgers, es handelt sich um Stahltanks, die durch Wasser korrodieren würden, wurde dieses Argument seitens Herrn Witt mit dem Kommentar abgetan, es sei ein geschlossenes System und somit keine Sauerstoffzufuhr vorhanden, die eine Korrosion hervorrufen könnte. Dies wurde sachlich seitens des kundigen Bürgers, welcher die Tankanlagen aus beruflicher Erfahrung kennt, berichtigt. Er stellte dar, dass das Befüllen dieser Tanks nur mit Hilfe von Lüftungsvorgängen möglich sei. Danach wurde von Herrn Witt eingeräumt, dass Korrosionsschutz beigemischt werden müsste. Dies war einer von vielen nicht vertrauenserweckenden Darstelllungen im Referat der Witt Solar. Daher bedauern wir die Zustimmung einer Machbarkeitsstudie seitens der SPD und Grünen.

Des Weiteren sind wir, die „Bürgerinitiative Tanklager Farge“ zum Schutz der Umwelt und Reinhaltung des Grundwassers in Bremen-Nord und Umgebung Farge e. V. gegen den bereits mehrmals vorgelegten Antrag der SPD über die Umnutzung des ehemaligen Tanklagers als Produktionsstätte für Lithium-Ionen-Zellen.

Durch den enormen Flächenverbrauch für eine derartige Fabrik müssten große Flächen des bestehenden Waldgebietes gerodet werden. Da das Gebiet auf der Bremer Seite fast ausschließlich als Naturschutzgebiet, Wasserschutzgebiet und Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen ist, sehen wir keine realistische Chance für eine Fabrik in dieser Größenordnung. Wir richten uns ohne Kompromisse gegen eine Lithium-Ionen-Fabrik in Bremen-Nord, da die Gefahren für die Umwelt unkalkulierbar sind und es für uns keinen Sinn macht, nachdem das eine Umweltrisiko „Tanklager Farge“ minimiert wurde, das nächste Umwelt-Risiko wie beispielsweise einer sogenannten „Lithium-Ionen Fabrik“ nach Bremen-Nord zu holen.

Da sich auf dem Gebiet der Liegenschaft Tanklager Farge ein schützenswertesWaldgebiet befindet, würde sich dieseLandschaft sehr gut als Naherholungsgebiet für die Bürgerinnen und Bürger in Bremen-Nord anbieten. Zudem ist eine Erweiterung der Nationalen Mahnstädte „Bunker Valentin“zu einer Mahnregion unter Einbeziehung der Lagerstraße bis hin zur Baracke Wilhelmine eine unterstützungswürdige Projektidee.

Grundsätzlich sollten sich Flora und Fauna erholen und als grüne Lunge fungieren. Einer Zerstörung des Waldes treten wir entschieden entgegen. Die Region des Naturschutzgebietes muss zugänglich für Naturkunde und Studium, insbesondere für die angrenzenden Schulzentren sein. Es wird Zeit, für zukünftige Ideen über Erholung, Freizeit, Kultur, stille Gewerbe, Bauen und Wohnen. Ein öffentliches Forum in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Schwanewede sollte organisiert werden. Eine Nachnutzung darf auf keinen Fall zu einer weiteren Belastung der Luft, des Bodens und des Grundwassers in diesem Gebiet führen.